
Jede Gabe verlangt nach Dankbarkeit. Alles Gute, das Allah uns schenkt, verpflichtet uns zu Dankbarkeit und Verantwortung Ihm gegenüber. Unser Herr spricht: „Wenn ihr dankbar seid, werde Ich euch gewiss noch mehr von Meinen Gaben schenken.“ (İbrahim, 7). Damit hat Er den Fortbestand Seiner Gaben an die Dankbarkeit geknüpft. Zu den größten Gaben für einen Muslim gehört jedoch, Teil der Umma unseres verehrten Propheten Muhammed (Allah segne ihn und schenke ihm Frieden) zu sein. Eine so große Gabe verlangt gewiss auch nach großer Dankbarkeit.
Wie groß diese Gabe ist, verkündet der Koran so: „Wahrlich, Allah hat den Gläubigen eine große Gunst erwiesen, indem Er ihnen einen Propheten aus ihrer Mitte sandte, der ihnen Seine Verse vorträgt, sie läutert und sie das Buch und die Weisheit lehrt.“ (Âl-i İmrân, 164). Dies ist keine gewöhnliche Gunst, sondern eine überaus große Wohltat.
Zudem hat er uns niemals vergessen. Wenn im Jenseits alle „nefsî, nefsî“ sagen, wird er es sein, der „ümmetî, ümmetî“ sagt. Unser Herr beschreibt ihn so: „Zu euch ist ein Prophet aus eurer eigenen Mitte gekommen. Es bedrückt ihn schwer, wenn ihr in Not geratet; er sorgt sich sehr um euch und ist zu den Gläubigen voller Mitgefühl und Barmherzigkeit.“ (Tevbe, 128).
Wie aber zeigen wir unsere Dankbarkeit dafür, zur Umma unseres verehrten Propheten (Allah segne ihn und schenke ihm Frieden) zu gehören?
Indem wir ihn kennenlernen, ihn lieben, auch in anderen Menschen die Liebe zu ihm wecken und dem Weg folgen, den er uns gewiesen hat. Indem wir uns nicht damit begnügen, in Büchern über seine Sunna zu lesen, sondern sie in unser Leben tragen. Indem wir uns seinen Charakter zum Vorbild nehmen und seine Barmherzigkeit, seine Gerechtigkeit, seine Aufrichtigkeit und seinen gütigen Umgang mit den Menschen lebendig halten. „Wahrlich, im Gesandten Allahs habt ihr ein schönes Vorbild – für jene, die darauf hoffen, Allah und dem Jüngsten Tag zu begegnen, und Allahs häufig gedenken.“ (Ahzâb, 21).
Es ist gewiss schön, zu sagen, dass wir ihn lieben. Doch wahre Liebe verlangt auch, dem Weg des geliebten Menschen zu folgen. Der Koran legt diesen Maßstab unmissverständlich fest: „Sprich: Wenn ihr Allah liebt, dann folgt mir, damit auch Allah euch liebt und euch eure Sünden vergibt.“ (Âl-i İmrân, 31). Auch unser Prophet sagte: „Keiner von euch glaubt (im vollkommenen Sinne), solange ich ihm nicht lieber bin als seine Mutter, sein Vater, sein Kind und alle Menschen.“ (Buhârî, Müslim). Liebe ist also kein bloßes Lippenbekenntnis, sondern eine Priorität, die sich im Leben widerspiegelt.
Wenn wir unseren verehrten Propheten (Allah segne ihn und schenke ihm Frieden) lieben, müssen wir seine sittlichen Werte bewahren, seine Sunna in unserem Leben verwirklichen, die Wahrheiten, die er gebracht hat, auch anderen vermitteln und sein Anliegen zu unserem eigenen machen. Als unsere verehrte Mutter Âişe nach seinem Charakter gefragt wurde, sagte sie: „Sein Charakter war der Koran.“ (Müslim). Er war ein lebendiger Koran. Auch wir sollten zumindest den Mut haben, in diesen Spiegel zu blicken und uns selbst darin zu erkennen.
Heute sollten wir uns fragen: Wie gut kennen wir den Propheten, zu dessen Umma wir gehören? Wie treu folgen wir seiner Sunna? Inwieweit handeln wir in unserer Familie, bei der Arbeit, im Handel und im Umgang mit anderen Menschen nach seinem sittlichen Vorbild? Unser geliebter Prophet sagte: „Ich wurde nur gesandt, um den edlen Charakter zu vervollkommnen.“ (Ahmed b. Hanbel, Beyhakî). Wenn wir zu Hause ungeduldig, auf dem Markt betrügerisch und in der Nachbarschaft gleichgültig sind, haben wir uns vom grundlegendsten Ziel dieser prophetischen Sendung entfernt.
Vergessen wir nicht: Den Wert einer Gabe würdigt man nicht allein dadurch, dass man sie erhält, sondern indem man den Verpflichtungen nachkommt, die sie mit sich bringt. Unsere Dankbarkeit dafür, zur Umma unseres verehrten Propheten (Allah segne ihn und schenke ihm Frieden) zu gehören, zeigen wir, indem wir seinem Weg folgen, seine Sunna lebendig halten und der Menschheit seinen edlen Charakter als Vorbild vor Augen führen. Er wurde als „Barmherzigkeit für die Welten“ gesandt (Enbiyâ, 107). Auch die Umma des Propheten der Barmherzigkeit sollte für ihr Umfeld eine Barmherzigkeit sein.
Möge unser Herr uns nicht zu jenen gehören lassen, die nur dem Namen nach Teil der Umma sind, sondern zu jenen, die auch im vollen Bewusstsein dieser Zugehörigkeit leben und der damit verbundenen Verantwortung gerecht werden. Amen.
Kadir Bekil
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