Bildungsprogramm 2027 sieht KI-gestützte Bewertung vor

Das mit der Unterschrift von Präsident Recep Tayyip Erdoğan im Amtsblatt Resmi Gazete veröffentlichte Jahresprogramm 2027 enthält technologische Ziele für die Leistungsmessung und -bewertung im Bildungswesen. Laut einem Bericht von BirGün vom 27. Oktober 2026 gehören zu den Plänen, die Schüler und Lehrkräfte in der Türkei betreffen, die KI-gestützte Bewertung von Antworten auf offene Fragen und die Umstellung der ABİDE-Studie auf ein elektronisches Format. Im Programm sind diese Vorhaben als Ziele für die Zukunft aufgeführt.

Die wichtigsten Bildungsziele des Programms

  • Bei der Punktevergabe für Antworten auf offene Fragen soll künstliche Intelligenz eingesetzt werden.
  • Die ABİDE-Studie für die Klassen 4, 8 und 10 soll unter dem Namen e-ABİDE elektronisch durchgeführt werden.
  • Die digitalen Kompetenzen, die Schüler der Sekundarstufe I im Unterricht in Informationstechnologie und Software erwerben, sollen gemessen werden.
  • Für den Vorschulbereich sind verschiedene Zugangsmodelle vorgesehen, für die Grundbildung Maßnahmen zur Verringerung von Fehlzeiten.
  • Für Lehrkräfte und Schüler, die im IT-Bereich Produkte entwickeln, ist die Veranstaltung Ulusal GençTek Zirvesi geplant.

Wie soll künstliche Intelligenz bei der Prüfungsbewertung eingesetzt werden?

Als Einsatzgebiet für künstliche Intelligenz nennt das Programm die Punktevergabe für Antworten auf offene Fragen. Auch bei der Bewertung zentraler Prüfungen sollen neue Methoden zum Einsatz kommen, die der technologischen Entwicklung entsprechen. Beide Vorhaben konzentrieren sich auf den Einsatz von Technologie im Bewertungsverfahren; die KI-gestützte Punktevergabe wird dabei nicht als bereits umgesetzte Praxis dargestellt, sondern als eines der Ziele des Programms 2027.

Ein weiterer Digitalisierungsschritt bei der Leistungsmessung und -bewertung betrifft die Studie zur Beobachtung und Bewertung akademischer Kompetenzen. Die in zweijährigen Zyklen durchgeführte ABİDE-Studie soll unter dem Namen e-ABİDE elektronisch stattfinden. Die Studie soll erfassen, wie gut Schüler der Klassen 4, 8 und 10 das Gelernte im Alltag anwenden können und auf welchem Niveau ihre kognitiven Kompetenzen liegen.

Das für Schulen der Sekundarstufen I und II vorgesehene schulbasierte Monitoring konzentriert sich auf Türkisch, Mathematik und Naturwissenschaften. Mithilfe von Multiple-Choice-Fragen und offenen Fragen sollen die Lernergebnisse und Kompetenzniveaus der Schüler ermittelt werden. Die elektronische Studie, das schulbasierte Monitoring und die Punktevergabe für Antworten sind im Programm somit als eigene Arbeitsbereiche aufgeführt.

Was ist für Schüler und Lehrkräfte geplant?

Für die Schüler beschränkt sich der technologische Teil des Programms nicht auf die Bewertung von Prüfungsantworten. Auch soll ermittelt werden, in welchem Umfang die digitalen Kompetenzen aus dem Unterricht in Informationstechnologie und Software in der Sekundarstufe I erworben wurden. Während diese Untersuchung die Lernziele des Unterrichts in den Blick nimmt, soll e-ABİDE in bestimmten Klassenstufen die Fähigkeit untersuchen, Wissen im Alltag anzuwenden.

Die Veranstaltung Ulusal GençTek Zirvesi soll Lehrkräften und Schülern, die im IT-Bereich tätig sind, die Möglichkeit geben, ihre entwickelten Produkte vorzustellen und deren Verbreitung zu fördern. Anders als bei der Messung digitaler Kompetenzen geht es bei diesem Programmpunkt um eine Veranstaltung zur Präsentation der entstandenen Produkte.

Auch für die Bewertung im Unterricht sollen Materialien für Lehrkräfte erstellt werden. Diese werden Beispiele für prozessorientierte und spielbasierte Aktivitäten enthalten. Außerdem sind Fortbildungen geplant, um die beruflichen Kompetenzen der an Grundschulen tätigen Klassenlehrkräfte zu stärken.

  • Bei Schülern der Sekundarstufe I soll der Erwerb digitaler Kompetenzen erfasst werden.
  • Schüler der Sekundarstufen I und II werden in Türkisch, Mathematik und Naturwissenschaften in das schulbasierte Monitoring einbezogen.
  • Das Förderprogramm für Grundschulen, das in Klasse 3 durchgeführt wird, soll im Rahmen des Türkiye Yüzyılı Maarif Modeli neu strukturiert werden.

Geplante Schritte für den Bildungszugang und gegen Fehlzeiten

Neben den technologischen Zielen sieht das Programm auch Maßnahmen für den Zugang zur Vorschulbildung und den regelmäßigen Schulbesuch in der Grundbildung vor. Der Raumbedarf im Vorschulbereich soll unter Berücksichtigung der demografischen Struktur und der Nutzung vorhandener Kapazitäten analysiert werden. Zudem sollen Fortbildungen stattfinden, um die Kenntnisse, Fähigkeiten und Kompetenzen des dort tätigen Personals zu erweitern.

Um den Zugang zur Vorschulbildung zu ermöglichen, sollen Modelle wie vorübergehende Vorschulklassen in Dörfern, Vorschulklassen an zentralen Schulstandorten mit Schülerbeförderung und Vorschulbildung zu Hause umgesetzt werden. Das Programm führt diese Modelle als unterschiedliche Ansätze auf, die den Zugang zur Vorschulbildung unterstützen sollen.

Zu den Zielen gehört auch, die Umsetzung der auf Provinz- und Bezirksebene zu erstellenden Aktionspläne für Kinder von saisonalen Landarbeitern sowie nomadischen und halbnomadischen Familien zu beobachten. Maßnahmen zur Verringerung der Fehlzeiten in der Grundbildung sollen durchgeführt und die Aktivitäten im Rahmen des Programms zur Bildungsbeteiligung und Überwachung von Fehlzeiten fortgesetzt werden.

Für die kulturelle und soziale Seite des Schullebens sind in Bibliotheken Workshops, Seminare, Gesprächsveranstaltungen, Ausstellungen und Darbietungen geplant. Im Rahmen der Suchtbekämpfung sollen in Zusammenarbeit mit verschiedenen Institutionen und Organisationen Theater-, Mal- und Kurzfilmwettbewerbe sowie Debattierveranstaltungen stattfinden.

Häufige Fragen zum Programm

Welche Klassen wird e-ABİDE umfassen?

e-ABİDE wird Schüler der Klassen 4, 8 und 10 umfassen. Die in zweijährigen Zyklen durchgeführte ABİDE-Studie soll elektronisch stattfinden.

An wen richtet sich die Veranstaltung Ulusal GençTek Zirvesi?

Die Veranstaltung soll Lehrkräften und Schülern, die im IT-Bereich tätig sind, ermöglichen, ihre Produkte vorzustellen und deren Verbreitung zu fördern.

Quelle: Bericht von BirGün vom 27. Oktober 2026.

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