
Editorial news visual · Erneut Gewalt bei Protesten gegen den Menga-Staudamm in Arunachal Pradesh · Mirat Haber
Bei Protesten gegen den geplanten Menga-Staudamm in Daporijo im nordostindischen Bundesstaat Arunachal Pradesh ist es erneut zu Gewalt gekommen. Nach einem Bericht der DW vom 27. Oktober 2026 beeinträchtigte ein zwölfstündiger Generalstreik, zu dem Studierendenorganisationen aufgerufen hatten, das öffentliche Leben. Die Projektgegner fordern die Behörden auf, die Staudammpläne endgültig aufzugeben. Anwohner fürchten unter anderem Vertreibung und den Verlust ihres angestammten Landes.
Im Mittelpunkt der Proteste gegen die Staudämme stehen Befürchtungen der örtlichen Bevölkerung vor massenhafter Vertreibung, dem Verlust angestammter Grundstücke, Umweltschäden und Erdbebenrisiken. Dabei handelt es sich um Sorgen der Projektgegner, nicht um bereits eingetretene Folgen. Der zwölfstündige Streik in Daporijo beeinträchtigte den Alltag unmittelbar.
In Taliha richtet sich der Widerstand sowohl gegen den Menga-Staudamm als auch gegen die damit verbundene Grundstücksbewertung. Wie die DW unter Berufung auf die Arunachal Times berichtet, sperrten Dorfbewohner eine Brücke, um den Verkehr einzuschränken. Dass die Demonstrationen dort weitgehend friedlich verliefen, zeigt, dass die Proteste im Bundesstaat nicht überall denselben Charakter hatten.
Die Demonstrierenden verlangen von den Behörden nicht nur eine Unterbrechung der Arbeiten, sondern die endgültige Aufgabe des Energieprojekts. Einwände in Grundstücksfragen und die Forderung nach einem vollständigen Aus für das Vorhaben stehen im Zentrum des Widerstands in Daporijo und Taliha. Während des zwölfstündigen Generalstreiks, den Studierendenorganisationen gegen den Menga-Staudamm organisiert hatten, schlugen die Spannungen in Gewalt um. Nach dem Bericht der DW unter Berufung auf die Arunachal Times wurden mindestens ein Polizeifahrzeug beschädigt und ein Polizist verletzt. Einige Unterstützer des Streiks sollen zudem ein von einem Wasserkraftunternehmen angemietetes Büro beschädigt und Büroausstattung in Brand gesetzt haben.
Die Darstellung des Angriffs auf das Büro wird als Anschuldigung wiedergegeben. Nach Informationen der Times of India, die die DW aufgreift, marschierte die örtliche Polizei als Zeichen der Stärke durch die Straßen und rief zur Ruhe auf. Die Gewalt in Daporijo und die weitgehend friedlichen Aktionen in Taliha gehören zu Protesten gegen dasselbe Projekt an unterschiedlichen Orten.
In Erwartung weiterer Proteste verstärkten die Behörden die Sicherheitskräfte in Pasighat. Die Spannungen dort hatten nach den Protesten vom 23. Oktober gegen das Siang Upper Multipurpose Project zugenommen, das ein anderes Vorhaben als der Menga-Staudamm ist. Die Polizei war mit Tränengas gegen Jugendliche vorgegangen, die gegen das Projekt protestierten. Nach den von der DW aufgegriffenen Berichten sollen einige Demonstrierende bei diesen Vorfällen Gebäude und Fahrzeuge in Brand gesetzt, Häuser von Abgeordneten beschädigt und örtliche Büros angezündet haben. Die Polizei nahm Dutzende Demonstrierende fest. Diese Vorfälle ereigneten sich an einem anderen Ort und im Zusammenhang mit einem anderen Projekt als die Proteste gegen den Menga-Staudamm in Daporijo.
Zum Umfang der Sicherheitsverstärkung gibt es unterschiedliche Angaben. Nach dem Bericht der DW unter Berufung auf NDTV wurden zusätzliche Einheiten der Central Reserve Police Force aus Assam in die Region des Siang-Tals entsandt; dort seien rund 34 Kompanien der Central Armed Police Forces stationiert. Die Arunachal Times spricht dagegen von rund 30 Kompanien neben der bundesstaatlichen Polizei und paramilitärischen Kräften. Diese beiden Zahlen sind nicht als eine gesicherte Gesamtzahl zu verstehen.
Nein. Menga-Staudamm ist ein anderer Name für das Wasserkraftprojekt Upper Subansiri mit einer geplanten Leistung von 1.605 Megawatt. Das Siang Upper Multipurpose Project, gegen das sich die Proteste in Pasighat richten, ist ein eigenständiges Vorhaben mit 11.000 Megawatt.
Die Demonstrierenden fordern die Behörden auf, das Projekt endgültig aufzugeben. Zu den wichtigsten vor Ort geäußerten Befürchtungen zählen massenhafte Vertreibung, der Verlust angestammten Landes, Umweltschäden und Erdbebenrisiken.
Das Wichtigste im Überblick
Anwohner fürchten Landverlust und Vertreibung
Was geschah während des Streiks in Daporijo?
Verstärkung für Pasighat: Unterschiedliche Angaben zur Truppenstärke
Fragen zu den Staudammprotesten
Sind der Menga-Staudamm und das Siang-Projekt dasselbe?
Was fordern die Gegner des Menga-Staudamms?
Grundlage des Berichts: Indien-Nachrichtenticker der DW vom 27. Oktober 2026.
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